Die Ziele unserer Selbsthilfegruppen sind :

 -  Kontakte mit Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden pflegen.

- Tips im Umgang mit der neuen Lebenssituation.

- neuere therapeutische Möglichkeiten  vorstellen.

- Hinweise geben auf Fortbildungsseminare der dPV

Kontaktadressen :

info@parki-kassel.de

 Vera Borchers, Am Krümmershof 105, 34132 Kassel,

Tel. & Fax. 0561 402704 

 

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Miteinander in Bewegung bleiben !

„Atmen Sie tief ein, den Atem anhalten, durch den Mund ausatmen, nicht verkrampfen, immer locker, aber konzentriert, die Hände falten, Handflächen gegeneinander pressen und die Arme senkrecht nach oben strecken, atmen nicht vergessen, und noch höher….“
18 Akteure der Parkinson-Selbsthilfe-Gruppe der Region Kassel folgen den Anweisungen der Physiotherapeuten der Elena-Klinik. Sie nehmen jeden Donnerstag Nachmittag das Gymnastikangebot der Klinik in Anspruch, denn Bewegung ist als Ergänzung zur medikamentösen Therapie für Parkinson-Erkrankte überaus wichtig. Ebenso wichtig ist der soziale Kontakt, der in der Selbsthilfegruppe entsteht. Personen, die an Parkinson erkranken, fühlen sich verunsichert und ziehen sich deshalb aus den bisher gewohnten Kontakten zurück.

Vorausschauende Mitmenschen gründeten vor 28 Jahren die Gruppe in Kassel, aus der sich im Laufe der Jahre zahlreiche Möglichkeiten der Begegnung entwickelten. Diese Gruppe ist eine von 420 bundesweiten Regionalgruppen, die von der Deutschen-Parkinson-Vereinigung organisatorisch und inhaltlich betreut werden.
Die Parkinsonsche Erkrankung beginnt für die Betroffenen langsam und unmerklich. „Zuerst zitterten meine Hände“, erzählt ein seit 15 Jahren in der Gruppe aktives Mitglied und einer von ca. 250 000 Erkrankten in Deutschland. „Meine Bewegungen wurden zunehmend unkontrollierbarer und verloren die selbstverständliche Harmonie. Zittern, Steifheit und Verlangsamung beherrschten meinen Körper mehr und mehr. Ich lief gebeugt, spürte zunehmend Störungen des Gleichgewichts, meine Sprache wurde leiser und undeutlicher und ich immer unsicherer. Erst der Kontakt und die Informationen in der Selbsthilfe-Gruppe erlaubten mir, zu meiner Krankheit zu stehen, mein Selbstvertrauen aufzubauen und alte Kontakte wieder aufzunehmen.“
So treffen sich jeden Monat 50 - 60 Menschen im Blauen Café in Kassel. Die Inhalte der Nachmittage sind thematisch meist vorgegeben. Fachleute erläutern das Thema, anschließend wird es diskutiert, ergänzt und vertieft. Natürlich finden auch viele persönliche Gespräche in entspannter Atmosphäre bei leckerem Kuchen statt.
Im Laufe der Zeit bildeten sich so innerhalb der größeren Gruppierung kleinere Gruppen. Eine Gruppe widmet sich dem Gedächtnistraining, andere wandern und erkunden die Umwelt. Neben der Gymnastik in der Elena-Klinik trifft sich 2x wöchentlich eine weitere Gymnastikgruppe. Angehörige treffen sich unter fachkundiger Leitung, um sich in rückenschonender Pflege weiter zu bilden. Da auch sie in ihrer Lebensplanung von der Krankheit mit betroffen sind, treffen sie sich zusätzlich in einem Gesprächskreis. „Hier kann ich meine Ängste aussprechen, werde verstanden und kann mir Rat und Hilfe holen. Meinen erkrankten Partner will ich nicht noch mit meinen Problemen belasten“. Solche und ähnliche Aussagen führten im vergangenen Jahr zu einem gemeinsamen Wochenendseminar unter fachkundiger Leitung einer Psychologin. Die Gespräche waren intensiv, das Zusammensein stärkte die Offenheit, die Spiele und der Gesang am Abend das Vertrauen. Das Wochenende wird wiederholt – es ist um einen Tag verlängert und bereits gebucht worden.